Meine erste Lesung!

Die Bibliothek meines Heimatorts hat mich gefragt ob ich an einer Lesung mit 4 weiteren Autorinnen aus der Gegend machen möchte. Natürlich habe ich dieses Angebot nicht abgelehnt. Jetzt fühle ich mich tatsächlich ein bisschen wie eine echte Autorin.

Ich habe versucht die ganze Sache so professional wie möglich anzugehen. Lesezeichen und Bücher drucken lassen und brav meinen Text geübt. Aufgeregt war ich die ganze Woche nicht und auch nicht an besagtem, Freitag.

Aber als ich dann dort saß, eingereiht zwischen 4 Frauen, die schon mehrere Bücher geschrieben haben, wurde mir doch mulmig. Wir hatten eine festgelegte Reihenfolge, ich war als Dritte an der Reihe. Während ich da saß und meiner ersten Kollegin zuhörte was sie über die Menschen in der digitalen Welt zu erzählen hatte, wurde ich etwas nervös. Ich habe in das Publikum geschaut, etwa 40 Personen sitzen vor mir. Man sollte meinen, dass mir das nichts ausmacht, immerhin bildet meine ganze Familie (insgesamt 10 Personen), die erste Reihe. Aber als dann meine zweite Kollegin beginnt zu sprechen, musste ich immer wieder zu den Wasserglas vor mir greifen. Mein Mund wurde so trocken, das ich angst hatte, das ich nicht dazu in der Lage sein werde laut Lesen zu können.

Doch dann war ich dran. Meine Einleitung, die ich im Stau auf dem Weg zur Lesung geübt habe, kam wie von alleine aus meinem Mund. Und dann begann ich zu lesen. Man muss dazu sagen das ich meine lieblingsstelle aus dem Buch vorgelesen habe. Bei dieser Szene bekomme ich jedes Mal eine Gänsehaut wenn ich sie Lese. Ich habe vor diesen Menschen, die mich doch gerade noch so nervös gemacht haben, einfach in Seelenruhe gelesen. Ich bin in meine Rollen geschlüpft, war in meiner Geschichte. Die Gefahr in der sich Cleo befand war für mich so spürbar, das bestimmt meine Stimme gezittert hat, als sie sagte „Bitte hilf mir“.

Nachdem ich geendet habe, haben alle geklatscht und ich habe mich unglaublich gut gefühlt. Ich denke es hat ihnen tatsächlich gefallen. Es ist etwas anderes Bücher online an Fremde zu verkaufen. Man hat keinen Bezug zu ihnen und kann über jedes Wort nachdenken das man ich die Produktbeschreibung schreibt. Hinter den Worten kann man sich gut verstecken. Aber so, Angesicht zu Angesicht, den Menschen von seinem Buch zu erzählen, ist viel persönlicher.

Auch die Begeisterung mancher zu sehen, die nach der Lesung zu mir kommen um ein Exemplar meines Buche zu kaufen, löst ein Glücksgefühl in mir aus.

Nach dieser Erfahrung weiß ich das ich tatsächlich nicht nur für mich schreibe. Natürlich, vorrangig schreibe ich die Geschichte für mich. Immerhin ist es als würde ich einen Film schauen und nur mit tippen was gerade passiert. Aber ich habe gesehen wie viel Freude es mir macht andere euphorisch mit meinem Buch zu sehen.

Also…. lets tipp again und weiter gehts!!!


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